Vor einer Weile bin ich auf Bilder im Internet aufmerksam geworden, die anders sind: Es ist Bewegung drin.

Nach ein bisschen Recherche wusste ich nun, dass man diese Cinemagraphs nennt und das sie möglicherweise von zwei Fotografen in den USA „erfunden“ wurden: KevinBurg und Jamie Beck. Hier ein paar Beispiele von ihrer Webseite (© Cinemagraphs.com)

Es sind eigentlich statische Bilder, auf denen sich aber doch etwas bewegt. Das erfasst man nicht immer sofort, macht das ganze aber interessant.

Wie geht das?

Aus einem Standbild

Es gibt Software, die kann Teile eines Standbilds animieren. Plotagraph ist so eine Software. Man definiert in einem Bild die Bereiche die statisch bleiben sollen und jene, die animiert werden sollen. Das geht recht einfach und bei einigen Bildern funktioniert das auch ganz gut. Aus der Animation erstellt man dein eine mp4 Video Datei, die man dann in einer Schleife laufen lässt. Bei Wasser funktioniert das ganz gut. Weniger realistisch ist es bei Stoff oder Haaren.

Da die Benutzung von Plotagraph eine monatliche Gebühr beinhaltet und die Ergebnisse nur z.T. überzeugend sind, ist diese Lösung für mich nicht sehr interessant.

Aus einem Video

Wenn man als Basis ein Video hat, kann man in einem besseren Videoschnittprogramm (auch in Photoshop) ein Standbild aus dem Clip über das Video legen und per Maske nur die Bereiche „durchscheinen“ lassen, die sich bewegen sollen. Trivial ist das nicht, wenn man ein gutes Ergebnis haben kann, weil das Modell beim Videodreh sehr still halten muss. Darüber hinaus springt der Clip ja nach dem Ende wieder zum Anfang und dabei sollte der Sprung nicht zu sehen sein. Simon hat mir einen Trick verraten: Ich habe einen 2 Sekunden langen Clip dupliziert und an den ersten gehängt, dann den 2. rückwärtslaufen lassen. Damit ist das Ende des ersten Clips wieder der Anfang des 2 und umgekehrt. Troztdem funktionier das nicht immer gut (siehe Beispiele). Gleichförmige, langsame und subtile Bewegungen eignen sich am besten dafür.

Darstellung im Web

Wie kommen nun animierte Bilder ins Web? Die einfachste und älteste Variant ist das animiert GIF, was die meisten kennen werden. Das sind idR kleine Filmchen mit einfacher Grafik, die in einer Schleife laufen. Sowas zum Beispiel:

GIF hat die Problematik, dass maximal 256 Farbe dargestellt werden können, was dann besonders bei Farb- oder Helligkeitsverläufen auffällt. Die Dateine sind relativ klein und werden meist korrekt in jedem Brower dargestellt.

Die zweite Möglichkeit ist die Darstellung als Video, das als Loop läuft. Hier gibt es, außer der Dateiegröße = Ladezeit im Browser, keine Einschränkungen bezüglich Qualität.  Auf meiner Webseite ist es mir jedoch nicht gelungen, so ein Video sauber im Loop laufen zu lassen. Es war immer für ganz kurze Zeit ein Ladebalken zu sehen, bevor das Video wieder von vorne startet. Es gibt zwar auch die Möglichkeit, das Video bei YouTube einzustellen und dann per iFrame einzubinden aber dabei ist dann wieder Gefummel angesagt, um die Playersteuerung und das YouTube Symbol auszublenden, sowie den Autoloop hinzubekommen. Und dann ist noch nicht gesagt, das es in jedem Browser funktioniert. Möglicherweise liegt es bei meiner Seite auch an WordPress, dem verwendeten Theme oder meinem Provider. Zuviele Parameter, die mir die Lust genommen haben, die Einbindung als Video weiterzuverfolgen. Deshalb habe ich meinen Video/Bildern GIFs erzeugt. Die GIFs sind nur 600 px breit, damit ich mehrere auf dieser Seite zeigen kann, ohne dass Euer Router anfängt zu Rauchen. Man muss daher genau hinschauen, damit man den Effekt sieht

Eigene Versuche

Mit Plotagraph erstellte Bilder. Wasser funktioniert ganz gut! Stoff und Haare sind nicht so realistisch

Aus einem Video erstellt (quick’n’dirty):


Es ist auf jeden Fall eine Technik, die ich sehr spannend finde! Vielleicht drehe ich zukünftig immer auch mal einen Videoclip bei einem Shooting, wenn Bewegung im Spiel ist.

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