Letzen November bin ich in die vor-geriartrische Abteilung befördert worden. Grund genug, nach einem schönen Fahrrad zu schauen. Schön und elektrisch, altersbedingt. Gibts es das, elektrisch und schön? Ja! Ampler in Estland baut solche eBikes. Auf die Firma bin ich durch einen Artikel im ZEIT MAGAZIN aufmerksam geworden:

Mirko Borsche testet ein E-Bike, das gar nicht aussieht wie ein E-Bike

[…] ich finde, dass man auf den meisten E-Bikes wie ein Depp aussieht – was an den Rädern liegt, nicht am Fahrer. […]

die Räder von Ampler nach meinem Empfinden wirklich ein Fortschritt sind, was Style und Technik bei E-Bikes angeht. Der Motor des Rads steckt im Hinterrad und ist nicht zu sehen, genauso wie der Akku, der im Unterrohr eingebaut ist. […]

(ZEITMAGAZIN NR. 45/2016, 

Motor nicht zu sehen, Akku nicht zu sehen? Klingt spannend und ich will ja auch nicht wie ein … aussehen. Das Internet befragt, verglichen, rumüberlegt und dann ein Bilberry bestellt. Geduld war nötig. Im Dezember bestellt, letzte Woche geliefert. Aber es hat sich gelohnt, das Fahrrad ist wirklich schön!

Noch eine Lenkertasche montiert, um etwas Krempel auf eine Tour mitnehmen zu können, und die Handyhalterung von Tchibo (Danke für den Tipp, Christa).

Da das Wetter für heute schön angesagt war, habe ich über die Plattform Komoot ein kleine Tour geplant: Mit der S-Bahn nach Vaihingen (gestern bin ich erst die etwas freudlose Hasenbergsteige hochgeradelt und ich wollte den Akku nicht gleich am Anfang der Tour stressen), durch das Körschtal nach Esslingen, rauf auf den Buckel zum Katharinenlindenturm,  nach Rotenberg und wieder zurück. Wer sie nachradeln will, hier ist die GPX Datei für’s Naviprogramm.

Die erste Pause schon in Plieningen, weil es dort ein leckeres Eis gibt. Weiter an der Körsch entlang und plötzlich Bärlauchduft. Klasse, direkt am Wegrand jede Menge Bärlauch! Zufällig habe ich einen Plastikbeutel dabei und geerntet.

Blöderweise habe ich meinen Sattel nicht richtig festgezogen und auch nicht den richtigen Imbusschlüssel dabei. Mit der Zeit kippte der Sattel hinten runter und vorne hoch, was….äääh…etwas unangenehm wurde. Keiner der Radler, die ich unterwegs angesprochen habe, konnten helfen. Erst in einer Kleingartenanlage in Esslingen Erfolg, denn ein freundlicher Gärtner hat den passenden Schlüssel. Uff! Danach sogar freihändig 😉

Esslingen ist sehenswert!

In Esslingen dann Akku mal dann gefordert, bei der Fahrt zur Katharinenlinde. Trotz eBike kommt man ins Schnaufen und Schwitzen. Am Ausflugslokal: Mist, nur noch 3,20 € im Geldbeutel. Durst! Will ein Radler! Aber interessant (frei nach Wolf Haas), das Radler kostet genau 3,20 €…

Ohne Geld unterwegs zu sein ist doof, vor allem, wenn der nächste Stopp eine Weinstube ist. Also runter nach Uhlbach, Geld am Automat gezogen und wieder den (Roten-)Berg rauf. eBike!

Auch für Weißweinschorle sollte man keinen schlechten Wein nehmen. „Junge“ muss noch überlegen, ob er wiederkommt… Aber die Aussicht, die Aussicht!

Im Affenzahn wieder runter an den Neckar. Die Batterie geschont. Wie wunderbar sind Scheibenbremsen! Neckartal-Radweg,  zwischen Daimler und Fluss, Rechts Beton, links Wasser, der Kessel rückt näher. Stehpaddler und Enten. Dann ein skurriler Ort: Campingplatz Cannstatter Wasen, der einzige auf Stuttgarter Grund. Eingeklemmt zwischen Neckar, Daimler Teststrecke und Volksfest. Wer campt hier und warum?
Das Frühlingsfest brummt. Seltsame Kostüme, unsicherer Gang, Johlen, Kreischen, es riecht nach verbrannten Mandeln., schwindelerregendes Fahrgeschäft. Schnell weiter! Im unteren Schlossgarten das andere Frühlingsfest: normale Menschen im Flora und Fauna, die Wege voll mit Flaneuren, Kinderwagen, Joggern, Fahrrädern, Trettrollern,Longboards, Shortboards. Rollstuhl überholt Bobby-Car, Gruppen, Großfamilien, Einzelne, Schlenderer, Strammmarschierer, … Halb Stuttgart, so scheint es, trifft sich in der zentralen Oase. Wer kann es ihnen verdenken? Die Grillsaison ist eröffnet und es dampft, qualmt, brennt, duftet, riecht verbrannt. Ißt das jemand? Picknickdecke, Frisbeespieler, Schläfer, Müßiggänger, Sonnenbader, Genießer. Dazwischen Enten, Gänse, Müll und sonstwas.

Vor der Oper mischen sich die bunt gewandeten Ausflügler und die Kleines-Schwarzes-Tragenden.

Noch ein Stopp im Café Graf Eberhard und eine kleine Belohnung gekauft. Am Feuersee trifft sich das Westfolk. Schön, dass es dort jetzt schöner ist!

Von mir aus kann’s am 1. Mai regnen. Ich mache meine Steuererklärung und freue mich auf die nächste Tour!

(Visited 77 times)