Eine Experiment: Fremde Menschen auf der Straße ansprechen und fragen, ob sie sich von mir fotografieren lassen.

In Stuttgart, rund um den Schlossplatz, bin ich auf Menschen zugegangen und habe sie angesprochen, ob ich ein Foto von ihnen machen darf. Warum? Ja, warum eigentlich?
Beim Fotografieren suche ich immer wieder neue Herausforderungen. Menschen zu fotografieren finde ich spannend und gleichzeitig ist die Arbeit mit einem Modell auch immer anstrengend für mich: Das Programm bestimmen, das Setup gestalten, das Modell dirigieren, die interessanten Seiten des Menschen hervorbringen, seine Scheu überwinden helfen. Ich mag schöne Portraits.
Gleichzeitig fotografiere ich ja oft Straßenszenen ohne die Menschen zu fragen, aus dem Hinterhalt quasi. Irgendwie auch unfair. Nun einmal andersherum: Erst fragen, dann fotografieren!

Das war eine sehr spannende Erfahrung:

  • Meine eigenen Hemmungen überwinden, einfach fremde Leute ansprechen
  • In ein paar Sätzen mein Anliegen vorbringen
  • Schnell ein paar Bilder aufnehmen, ohne die Menschen zu lange aufzuhalten
  • Wechselnde Lichtverhältnisse: Schatten, pralle Sonne, Halbschatten
  • Unterschiedliche Hintergründe
  • Viel positive Rückmeldung
  • Nette Gespräche
  • UND: Schöne Fotos

Das ganze ging etwas mehr als 2 Stunden und ich habe in der Zeit Bilder von 31 Menschen machen dürfen. „Nein“ gesagt haben in der Zeit 10 Leute. Das hat mich erstaunt: Ich hatte damit gerechnet, dass sich weniger fotografieren lassen.
Vielen haben spontant „nein“ gesagt aber dann doch zugestimmt, nachdem ich meine Geschichte erzählt hatte. Überredet habe ich niemanden.

Ich habe sehr nette Begegnungen und interessante Gespräche gehabt, ein wenig über die Menschen erfahren. Insgesamt eine tolle Erfahrung, weil selbst diejenigen, welche sich nicht fotografieren ließen, meinem Projekt positiv gegenüberstanden. Das macht Lust auf eine Fortsetzung.

Fast alle waren einverstanden, dass ich den Vornamen zum Bild veröffentliche. Ich hoffe ich habe nichts vertauscht. Wenn doch, bitte melden und ich korrigiere das. Gerne stelle ich meinen Modelle auch Bilder von ihnen in hoher Auflösung zur Verfügung.

Die Portraits sind eher „konventionell“. Das liegt natürlich an mir und nicht an den Modellen. Es sollte schnell gehen, ich wollte die Menschen nicht zu sehr dirigieren und posen lassen. Vielleicht probiere ich da in der nächsten Runde etwas mehr aus. Klick auf ein Bild für die große Ansicht.

Ach ja, technisches: Fotografiert mit der Fuji X-Pro2, 90 mm Festbrennweite (Fußzoom). Da ich die Personen vor dem Hintergrund freistellen wollte, habe ich mit relativ offener Blende fotografiert. Leider hat deshalb der Fokus nicht immer „gesessen“.
Hier noch ein paar weitere Bilder:

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