ZEITRAFFER

Mit Zeitraffer experimentiere ich schon eine Weile. Solch ein Film wird typischerweise aus vielen Einzelbildern erstellt, die über einen längeren Zeitraum aufgenommen wurden. Dabei werden Bewegungen sichtbar, die mit bloßem Augen nicht so einfach wahrzunehmen sind (wie etwa Wolkenziehen). Die Kamera kommt auf ein Stativ, ein Timerauslöser wird angeschlossen und z.B. alle 5 Sek. ein Bild geschossen. Dabei kommen, je nach Motiv und Dauer, 300, 600 oder auch mal 900 Einzelbilder zusammen. Für eine 20 sek. Clip braucht man 480 Fotos, bei einer Wiedergabe von 24 Bildern/Sek.

Ein paar Beispiele von mir:

Da ich RAW fotografiere, kommen für einen Clip eine Menge Daten zusammen. Für den Film sind später eigentlich nur JPGs in der Zielauflösung nötig aber die RAW Dateien bieten einen größeren Spielraum in der Bearbeitung. Das ist wichtig bei Motiven mit großem Dynamikumfang (gleichzeitig sehr helle und sehr dunkle Bereiche). Die RAW Dateien bearbeite ich zunächst in Lightroom und exportiere dann JPGs, die danach in einem geeigneten Programm zusammengefügt werden, damit daraus der Film entsteht. Dazu gibt es viele Tools: Photoshop, iMovie, Final Cut, DaVinci Resolve, Premiere, LRTimelapse und diverse Freeware.

HYPERLAPSE

Eine spezielle Art von Zeitrafferfilmen sind Hyperlapse, auch Walklapse, Spacelapse, Raumraffer oder Stop-Motion Timelapse genannt. Dabei steht die Kamera nicht still, sondern wird zwischen den Aufnahmen (händisch, mit einem Slider oder bei einer  Autofahrt) bewegt. Damit der Film flüssig läuft, müssen die Auslösungen im gleichen Rhythmus gemacht werden. Also Aufnahme machen, Naseputzen, Stativ bewegen, nächste Aufnahme, funktioniert nicht! Die Strecke sollte von Aufnahme zu Aufnahme auch möglichst gleich und die Kamera auf den gleichen Punkt ausgerichtet sein. Wie das geht, sieht man ganz gut in einem Video von Patrick Ludolph und Gunther Wegner, ab Minute 5:50.

Das wollte ich auch mal ausprobieren und bin an einem Nachmittag auf die Stuttgarter Königstraße gegangen. Eigentlich ganze einfach: Das Muster des Pflasters hilft einem die Position für den nächsten Schuss zu finden. Eigentlich doch nicht so einfach: Das Pflaster ist krumm und bucklig und der Ausschnitt variierte doch ziemlich von Aufnahme zu Aufnahme. Den zusammengefügten Film hat mir dankenswerterweise Daniele vom StudioVier “stabilisiert”. Deutlich besser als vorher aber Vorsicht! Wer leicht seekrank wird, sollte besser nur mit einem Auge hinschauen.

Das Thema Hyperlapse werde ich wohl nicht weiter verfolgen. Wie überhaupt Zeitrafferfilme für mich nur begrenzt spannend sind, weil es doch nicht sooo viele interessante Motive gibt.
Spannend finde ich aber nach wie vor, dass es unendlich viele Möglichkeiten gibt, sich die Langeweile kreativ mit einer Kamera und etwas Software zu vertreiben. Mehr dazu (FEUER!) demnächst hier.


© 2018 Oliver Wendel, alle Recht vorbehalten

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