Location

Für das Shooting hatte ich das Ergebnis schon sehr schnell vor meinem inneren Auge: Quadratisch, eine unbekleidete Frau, heller Hintergrund, warmes Licht und…eine beschlagene Scheibe. Es sollte ja eine Szene in einer Dusche darstellen.

Also habe ich erst einmal geforscht, wer eine Dusche mit Glaswand oder -tür hat. Alle Duschen und Badezimmer waren aber viel zu klein, um dort Studiolampen aufzubauen, Modell und Fotograf genügend Bewegungsspielraum zu bieten. Neuer Plan: Studio 4, das Büro in unserem Hinterhaus hat einen Besprechungsraum mit Glaswand. Simon hat gleich gesagt, dass ich das Shooting in seinen Räumen machen kann. Perfekt, die Location war gefunden.

Beschlagene Scheibe?

Nun die Frage, wie bekomme ich den Look der beschlagenen Scheibe hin? Sprühflasche, Dampfbügeleisen, Schweinestallbefeuchtungsvernebler, Photoshop,… einiges probiert, alles verworfen. Dampf, …, Dampf müsste ich erzeugen und an der Scheibe hochziehen lassen. Also Kochplatten an der Scheibe aufgebaut, Töpfe drauf und Wasser kochen lassen. Die Fotos sind mit dem Smartphone gemacht und daher nicht so toll…

Die Dampfspur an der Scheibe war aber viel zu klein und nur um die Töpfe drum herum. Irgendwie müsste der Dampf direkt an der Scheibe hochziehen und nicht nur direkt nach oben. Ich habe eine Leiste hergenommen, rechts und links ein Klötzchen befestigt, so dass ein Durchlass zwischen Holz und Scheibe entsteht. An die Leiste eine Folie getackert, die über den Töpfen hängt, so dass der Dampf nur den Weg an der Scheibe hoch hat. Das hat eine beschlagene Scheibe erzeugt aber es war zu viel Feuchtigkeit und nach einer Weile sind Tropfen an der Scheibe runtergelaufen. Den “Nebellook” habe ich nicht hinbekommen, egal was ich probiert habe. So habe ich mit dem zufriedengegeben und bin letztendlich doch sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Anders aber schön.

Licht

Gegenüber der Glasscheibe hing ein weißer Duschvorhang, direkt vor der weißen Wand. Zwischen Vorhang und Wand einen Auftsteckblitz, gegen die Wand gerichtet. Für die ersten Aufnahmen war das die einzige Lichtquelle. Gezündet habe ich den Blitz per Funk. Die Scheibe hat durch die Reflexion für Fülllicht auf dem Modell gesorgt, damit nicht nur die Silhouette zu sehen war.

Später habe noch ein Striplight schräg von der Seite eingesetzt. Hinter dem Modell, seitlich versetzt stand ein sogenanntes V-Flat, eine Stellwand in V-Form, die das Licht teilweise reflektiert.

Hier der Aufbau:

Ungeahnte Schwierigkeiten

Habt ihr mal durch eine Glasscheibe fotografiert? Das ist ganz schön blöd, weil man den i.d.R. den Photographen sieht und alles was sich hinter ihm befindet. Das wollte ich natürlich nicht! Photograph Bernd hat mir schwarzen Molton empfohlen. Simon hatte so etwas im Keller und ich habe es als Vorhang drapiert und nur die Linse durchschauen lassen. Das hat funkiontiert.

Fazit

Das war wieder eine aufwändige Aktion, ähnlich wie beim Schwimmbad Shooting. Aber es hat sich gelohnt und ich bin total happy mit den Ergebnissen. Mehr dazu in diesem Blogbeitrag.

 
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