Die 5 Tage in Taipei sind wie im Flug vergangen. Die nächste Etappe steht an: Mit dem Zug nach Taichung, den Mietwagen übernehmen und in die Berge Richtung Hehuanshan Mountain.

Zugfahren ist echt komfortabel, wenn man erst mal ein Ticket hat… Die Reservierung über das Internet zu bekommen war etwas kompliziert aber Johannes (Held!) hat es geschafft. Unser Autovermieter hat uns am Bahnhof von Taichung abgeholt und uns den 18 jahre alten Toyota (314.000 km auf dem Tacho) übergeben. Hauptsache unser Gepäck passt rein. Dann in die Berge gedondelt und unterwegs den riesigen Buddha von Changhua angeschaut. Man kan reingehen, 3 Stockwerke hoch.
Heiß! Die Luft ist so feucht und es hat weit über 30 Grad. Wir sind fast überall die einzigen „Langnasen“.

Das Zentralmassiv

In den Bergen, auf 2000 m üM. endlich Abkühlung … und Nebel. Am nächsten Morgen hängt die Suppe dick drin in und wir fahren bei Regen los. Babs ist sehr enttäuscht, weil wir eigentlich eine Wanderung am Hehuanshan machen wollten. Aber es gießt aus Kübeln und stürmt dazu. Also weiter Richtung Taroko Schlucht, den Cross Island Highway entlang. „Highway“ klingt nach schnell fahren, ist aber nicht so. Die Straße ist zwar in gutem Zustand aber extrem kurvig und stellenweise steil.

Taroko Schlucht

Die Landschaft ist unglaublich: Tiefe, schroffe Täler, hohe Berge und alles mit Regenwald bedeckt. Die kleine Wanderung, die wir in der Tarokko Schlucht machen wollten, endete nach kurzer Strecke an einer Sperre. Wegen Steinschlag geschlossen. Also zum Infobüro der Parkverwaltung und für den nächsten Tag geplant. Die überaus hilfreiche Rangerin hat uns ausführlich beraten und geholfen das Permit für die Wanderung zu bekommen. Das stellt die Polizei nebenan aus und ist wahrlich ein rechter Verwaltungsakt! Aber freundlich, ordentlich und gewissenhaft: 3 mal gestempelt, fotokopiert, geheftet. Sehen wollte das keiner am nächsten Tag…

Am nächsten Tage dann auf zur Regenwaldwanderung. REGENwaldwanderung. REGEN-Waldwanderung. Es schüttet, der Himmel hat Tag der offenen Schleuse. Der Weg ist traumhaft schön, es geht bergauf, bergab durch den Dschungel und ist top in Schuss gut ausgeschildert. Warum die Route nicht bei „Hiking“, sondern bei „Climbing“ einsortiert ist, merken wir schon bald: Oft braucht man die Hände zur Hilfe. Es ist trotzdem kein Klettertour sondern ein alpine Wanderung. Nach einer Weile sind wir innen und außen nass und es ist egal. Wegen des anhaltende Regens habe ich nicht viel fotografiert. Mein Fuji X-Pro2 ist zwar wassergeschützt aber das Objektiv (18-55 mm) leider nicht.

Die Sintflut

Taiwan erlebt gerade eine Sintflut. Schulen und Unversitäten wurden geschlossen, Straßen überflutet, Brücken eingerissen. Es regnet und regnet. Beim Taiwanesischen Wetterdienst kam man das schöne verfolgen. Rechts die Wetterwarnung von gestern. „Extremely torrential rain“ lässt sich so ungefähr mit „extrem sintflutartiger Regen“ übersetzten.
Da das Handynetz in Taiwan perfekt ausgebaut ist (fast überall 4G) und ich mir für wenig Geld eine Simkarte mit Datenflatrate gekauft hatten, können wir unterwegs immer mal schauen, wo es gerade besonders schlimm ist.

Insgesamt haben wir aber Glück und bleiben von den Unbillen verschont. Diese tolle Landschaft UND schönes Wetter würden wir sowieso gar nicht aushalten…

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