Bei einer Wanderung an Pfingsten, in den Schweizer Bergen, habe ich mit dem Handy fotografiert (Samsung S4). Ich war zu bequem eine größere Kamera mitzuschleppen. Die Bilanz fällt gemischt aus. Auf den ersten Blick sind die Bilder schön, bunt, knacke scharf und die Panoramen sind gelungen. Aber genauer hingeschaut…

[blockquote blockquote_style=”boxed-background” align=”block” text_align=”left”]

Warnung an die Pixel Peeper: Dies ist kein wissenschaftlicher Beitrag und kein ausführlicher Test. Ich schildere lediglich meine eigenen Eindrücke.
Tests, Diagramme und ähnliches findet man genügend auf den einschlägigen Seiten im Netz ;-)[/blockquote]

Einstellmöglichkeiten

Die Kamera App auf dem Samsung bietet etliche Modi an:

  • Auto
  • Schönes Portrait
  • Bestes Foto
  • Best Face
  • Sound&Shot
  • Drama
  • Kinobild
  • HDR
  • Radierer
  • Panorama
  • Sport
  • Nachtmodus

So viele Automatiken und keine Möglichkeit ISO, Blende, Zeit, Weißabgleich oder Belichtungskorrektur einzustellen? Hilfe! Ist das ein Mac? Ich möchte nicht entmündigt werden… Nachdem der erste Ekel überwunden war, habe ich die verschiedenen Modi ausprobiert und übrig geblieben sind für mich:

  • Auto: Für alles
  • HDR: Für Szenen mit hohem Kontrastumfang
  • Panorama: Für Panoramen halt

Der ganze andere “moderne Kram” ist nix für mich. Noch nicht jedenfalls.

[blockquote blockquote_style=”boxed-background” align=”block” text_align=”left”]

Hinweis: Alle Fotos im Beitrag, außer die anderweitig gekennzeichneten, sind unbearbeitet. Bei einigen habe ich jedoch den Bildauschnitt verändert[/blockquote]

Automatik

Aufnahmen am Strand oder im Schnee  sind für jede Belichtungsautomatik eine Herausforderung, weil die Automatik von einer zu erwartenden, mittleren Helligkeit ausgeht (mehr in die Tiefe gehe ich hier nicht). Sehr helle Motive sind dann natürlich oft zu dunkel abgelichtet. An einer “vernünftigen” Kamera wird der Fotograf  bei solchen Szenen die Belichtungskorrektur verwenden und die Belichtung, je nach Motiv, um 1-3 EV anheben. Ganz früher gab es mal eine “Gegenlichttaste” an den Kameras. Geht beim Handy nicht (s.o.) und deshalb kommt so etwas raus:

[clear] Rechts das Ergebnis, nachdem ich Tiefen in Lightroom angehoben und Lichter abgesenkt habe

 Digitalzoom

Ist Schrott! Ich finde die Szenen im Krimi zum totlachen, in denen der Kommissar zu seinem Techniker sagt: “Holen Sie das mal näher ran”. Der Techniker drückt auf ein Knöpfchen, das Bild wird vergrößert, ist stark pixelig aber nach kurzer Zeit scharf. Das wird dann mehrmals wiederholt und das Ergebnis ist immer gestochen scharf. Lustig! Wenn das mit Software so einfach wäre, bräuchte man keine Teleobjektive mehr… Der Digitalzoom bei meinem Handy ist auf jeden Fall nicht zu gebrauchen! Das untere Bild ist eine 100% Vergrößerung.

Bilddetails

Wie bereits geschrieben, machen die Bilder aus der “Ferne” erst mal ein guten Eindruck:

Schaut man aber mal auf die Details (100% Crop):


Keine Details, nur matschiges Gras.

Panoramafunktion

Die finde ich klasse! Ist einfach zu bedinen und liefert ordentliche Ergebnisse. Kaum Banding oder Stitching Fehler. Vertikale Panos (z.B. einen Berg von unten nach oben) kann man leider nicht erstellen.

 Fazit

Die Bilder sind recht ordentlich, mir aber zu stark geschärft, zu bunt und es fehlt an Details. Einstellmöglichkeiten sind fast keine vorhanden. Aber:

[blockquote blockquote_style=”boxed-background” align=”block” text_align=”left”]

Manchmal ist ein weniger gute Bild besser als gar keins![/blockquote]

Ein Handy habe ich fast immer dabei. Beim Wandern verwende ich es z. B. zur Navigation. Meine kleinste Kamera ist mir manchmal immer noch zu groß zum Mitnehmen. Ohne mein Handy hätte ich nun gar keine Fotos von unserem tollen Ausflug in den Alpstein.

 


© 2018 Oliver Wendel, alle Recht vorbehalten

Weitersagen: